Eine Werbung für Wetten mit einem von KI „nachgebildeten“ Maradona löst in Argentinien Kontroversen aus.

Eine Werbekampagne der Sportwettenplattform „BetWarrior“, die Bild und Stimme von Diego Armando Maradona mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) nachbildete, sorgte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Argentinien für großes Aufsehen. Der Werbespot wurde in den Spielpausen des argentinischen Fernsehens wiederholt ausgestrahlt.
Die Initiative rief in den sozialen Medien negative Reaktionen hervor. Tausende Nutzer stellten sowohl die dem Idol zugeschriebene Botschaft als auch die Verbindung seines Bildes mit Glücksspiel infrage, wie die Nachrichtenagentur ANSA aus Buenos Aires berichtete. Viele Internetnutzer hielten die kommerzielle Nutzung des Bildes des ehemaligen Spielers, der im November 2020 verstarb, für unangemessen.
Das Video zeigt Maradona in dem Look, den er beim WM-Sieg 1986 in Mexiko trug, als er Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft war. Im Video ist der Star zu sehen, wie er eine Werbebotschaft zum Thema Sportwetten überbringt.
In dem Werbespot, der während der Trinkpause gezeigt wird, trägt Maradona das klassische WM-Trikot von 1986. Der Star blickt in die Kamera und sagt: „Wenn die Welt uns die Beine abhacken will, zeigen wir ihnen, dass wir hier mit Bällen spielen!“
Bildrechte und ethische Debatte
Abgesehen von der Kontroverse um den Inhalt entfachte der Fall erneut die Diskussion über die ethischen Grenzen des Einsatzes von KI zur Reproduktion des Aussehens und der Stimme verstorbener Persönlichkeiten. Experten und Kommentatoren debattierten abermals über Einwilligung, Bildrechte und die Auswirkungen dieser Technologien auf das Andenken an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Anwalt Fernando Burlando erklärte, die Verwendung von Maradonas Bild sei von den Erben des ehemaligen Sportlers im Rahmen der geltenden Gesetzgebung genehmigt worden. Allerdings stimmten nicht alle Kinder des Stars der Vereinbarung zu.
Laut Angaben der argentinischen Presse zahlte das für die Kampagne verantwortliche Unternehmen rund 100 US-Dollar (mehr als 510 R$) für die Rechte zur Nutzung des Bildes.
Das Unternehmen ist einer der Sponsoren der argentinischen Nationalmannschaft. Trotz der Kontroverse hatte die Werbung die Zustimmung von Maradonas Familie, wenngleich nicht alle Kinder des Stars damit einverstanden waren.


