In Brasilien nutzen bereits 925 Menschen die Möglichkeit, sich selbst vom Wetten auszuschließen.

Rund 925.000 Menschen in Brasilien haben bereits das staatliche Instrument zur Selbstsperrung vom Online-Glücksspiel genutzt. Das Finanzministerium veröffentlichte die Daten am Donnerstag (9. Juli) und wies damit auf ein deutliches Wachstum bei der Nutzung des Mechanismus hin.
Laut Metrópoles stellt diese Zahl einen deutlichen Anstieg gegenüber den im Juni veröffentlichten Zahlen dar, als rund 700 Nutzer den Dienst genutzt hatten.
Das Tool, das seit Ende 2025 über das Portal gov.br verfügbar ist, ermöglicht es Wettenden, die Sperrung ihrer CPF (brasilianische Steueridentifikationsnummer) für den Zugriff auf autorisierte Wettplattformen zu beantragen. Nach der Aktivierung dieser Option kann der Nutzer keine neuen Konten mehr registrieren und erhält keine Werbung mehr von der Branche. Die Sperrdauer kann zwischen einem Monat und unbefristet variieren und ist während des gewählten Zeitraums nicht rückgängig zu machen.
Neue Regeln für Wettwerbung
Die Regierung hat während der Weltmeisterschaft ihr Vorgehen gegen den Sektor verschärft und zwei Verordnungen zur Verschärfung der Wettregeln unterzeichnet. Ab dem 17. Juli müssen alle Online-Werbeanzeigen Warnhinweise des Finanzministeriums enthalten. Diese Warnhinweise werden voraussichtlich lauten:
⇒ „Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel führt zu Geldverlusten“;
⇒ „Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel kann zur Sucht führen“;
„Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel ist keine Investition.“
Das Sekretariat für Preise und Wetten (SPA) des Finanzministeriums hat ebenfalls spezifische Beschränkungen für Werbung in diesem Sektor festgelegt. Zu den vom SPA festgelegten Verboten gehören:
⇒ Verwendung historischer Gewinnzahlen zur Anbahnung von Wetten;
⇒ Verwendung einer dringlichen Sprache zur Anspornung des Wettenden;
⇒ Verwendung von Kommentaren oder Erzählungen zur Förderung von Wetten und zur Verleitung des Wettenden.
Die Regierung ordnet den Selbstausschluss und die neuen Werberegeln in ein umfassenderes Maßnahmenpaket ein, das darauf abzielt, Nutzer angesichts des wachsenden Glücksspielmarktes im Land zu schützen. Die Behörden sehen im Selbstausschlussmechanismus eine Strategie zur Schadensminderung im Zusammenhang mit Spielsucht und Verschuldung.


